Kulturlandschaft aktiv erleben – mobile games

Stempel_UmgesetztUnsere Region ist nicht nur durch ihre Kulturlandschaft geprägt, sondern auch durch viele Unternehmen, die in einem modernen, technisch innovativen Bereich tätig sind. Um dieses technische und innovative Profil der Region mit LEADER zu stützen und weiter auszubauen sowie die jüngere Zielgruppe besser zu erschließen, ist ein weiteres Projekt entwickelt worden. Dabei wurden technisch innovative Methoden mit dem Erlebnis der Kulturlandschaft kombiniert. Die Nutzer werden so nicht nur im Umgang mit moderner Technik geschult, sondern sie werden aktiviert, gehen oder fahren in ihrer Region umher und lernen ihre Region spielerisch besser kennen.

Mit Hilfe von „mobile games“, die durch Smartphones nutzbar sind, wird die Kulturlandschaft Ahaus-Heek-Legden für eine breite und junge, oder jung gebliebene, Zielgruppe aktiv und unter Einsatz von fortschrittlichster Technologie zu erleben sein. Dazu werden neueste Technologien in unserer Region eingesetzt, um im touristischen Wettbewerb mithalten und um sich durch innovative und moderne Maßnahmen von anderen Destinationen absetzen zu können. Die Mobilen Spiele werden ganz konkret für das Standortmarketing der Stadt Ahaus, der Gemeinde Heek und der Gemeinde Legden genutzt – auf spielerische Weise wird so auf unterschiedliche Themen innerhalb der Kulturlandschaft aufmerksam gemacht.

Projektkoordinator Jens Lammering stellt die Mobilen Spiele auf seinem Smartphone vor (Foto: Medienhaus Lensing)

Projektkoordinator Jens Lammering stellt die Mobilen Spiele auf seinem Smartphone vor (Foto: Medienhaus Lensing)

Exkurs: Mobile Spiele

Mobile Spiele basieren auf räumlicher Bewegung von Teilnehmern in einer gemischten Spielwelt, in der die reale Welt mit virtuellen Dimensionen verknüpft ist. Sie nutzen die geografische Position und die physische Bewegung der Teilnehmer und erweitern die reale Welt durch virtuelle Ansatzpunkte. Mobile Spiele sind keine Computerspiele. Im Unterschied zu Computerspielen erfolgen sie in Bewegung und können auf unterschiedliche Themen konfiguriert werden. Im Vergleich zu Outdoor-, Sport- und Brettspielen sind mobile Spiele flexibler, moderner, darstellungskräftiger und sorgen daher für ein größeres Interesse.

Die im Projektvorhaben geplanten Mobilen Spiele verfolgen in erster Linie das Ziel der Informationsvermittlung und Informationserkundung innerhalb der Kulturlandschaft Ahaus, Heek und Legden. Sie werden auf unterschiedlichsten Themenfeldern basieren und auf eine breite Zielgruppe zugeschnitten werden.

Im Rahmen des LEADER-Projektes soll dazu in Partnerschaft mit dem Bremer „Mobile Game Lab“ ein eigenes „Mobile Game Lab – Ahaus-Heek-Legden“ (Mobile Game Lab – AHL) entstehen. Wir möchten eine Spielergemeinschaft entstehen lassen, deren Mitglieder sich mittels eigener Smartphones innerhalb der Kulturregion bewegen. So wird sich die bisherige OpenStreetMap-Community um neue Mitglieder erweitern. Im Zuge dessen wird die Nachhaltigkeit des GPS-Projektes „track and bike“ weiter erhöht.

Die Mitglieder des Mobile Game Labs – AHL entwickeln die Themen. Mitglieder sind die Partner des Projektes, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen. Die Technologie, der Support und die technische Projektbegleitung wird durch die Bremer Partner bereit- und sichergestellt. Die Erfahrungen seitens des deutschlandweit einzigartigen Mobile Game Labs und deren Partnern im Bereich der Mobilen Spiele stellen hierbei die solide und notwendige Grundlage für eine positive Umsetzung des Vorhabens in unserer Region dar.

 

Unterstützt durch die Hochschule Bremen hat der Projektträger Ahaus Marketing & Touristik GmbH gemeinsam mit Projektinteressierten virtuelle Stadtführungen, Bildungstouren oder Naturrouten entwickelt, die das nordwestliche Münsterland zu einem großen Spielfeld machen. Mitspieler erhalten dabei über ihr Smartphone Informationen, Aufgaben und Rätsel, die sie von Station zu Station führen. Der Standort der Spieler wird durch die GPS-Lokalisierung des Handys ermittelt. Genutzt wird dazu ein Spieleditor, mit dem sich Texte, Bilder, Quizfragen oder Audio- und Videodaten einbinden lassen.

Im Projekt wurden verschiedene Möglichkeiten genutzt, ein innovatives Medium zur Auseinandersetzung mit der hiesigen Kulturlandschaft und Geschichte einzusetzen und publik zu machen. Dabei konnten wichtige Erfahrungen gesammelt werden zu den Einsatzmöglichkeiten dieser Technik und zu den Nutzungsgewohnheiten der Menschen (a) in Bezug auf neue Medien und (b) auf ihre Nutzung des Raumes. Im Zuge dieser Auseinandersetzung sind viele Ideen und Geschichten zusammengetragen worden, die teilweise in konkrete Spiele oder Events umgesetzt werden konnten und teilweise für nachfolgende Aktionen gesichert sind.

Ein Fazit des Projekts, das im Februar 2014 startete, lautet, dass mit Mobilen Spielen besonders die medienaffine jüngere Generation angesprochen und zur eher unüblichen Auseinandersetzung mit der eigenen Kulturlandschaft angeregt werden kann.

Folgende konkrete Aktionen wurden im Projektzeitraum umgesetzt:

  • Durchführung von Workshops für Multiplikatoren
  • Individuelle Beratung zur Spielentwicklung und –umsetzung
  • Durchführung eines großen Weihnachtsevents in der Ahauser Innenstadt
  • Durchführung einer freiwilligen Arbeitsgruppe an der Gesamtschule Ahaus im Schuljahr 2014/2015
  • Durchführung einer freiwilligen Arbeitsgruppe an der Realschule im Vestert im Schuljahr 2014/2015
  • Projektpräsentation und Spielevent auf den Ahauser Industrietagen
  • Projektpräsentation und laufende Begleitung über Facebook
  • Entwicklung von Spielen in den Bereichen Natur, Kultur, Bildung, Tourismus
  • Projektpräsentation und Veröffentlichung (Übersicht, Verfügbarkeit) der Spiele auf der Internetseite ahaus.de über den Projektzeitraum hinaus.
  • Interner Workshop für die Mitarbeiter der Ahaus Marketing & Touristik GmbH zur Sicherstellung Technik- & Wissenstransfers über den Projektzeitraum hinaus.

Das Projekt hat sehr erfolgreich das Potential der Mobilen Spiele aufgezeigt und verschiedenste Multiplikatorengruppen erreicht. Die Zielsetzung, über ortsbasierte digitale Spielanwendungen, dazu anzuregen, sich mit der eigenen Kulturlandschaft auseinanderzusetzen, konnte erreicht werden. Sowohl in den Bereichen Tourismus und Wirtschaft, als auch in Bildung und Freizeit ist die Weiterarbeit mit den Projektinhalten geplant.

 Auch künftig werden aktive Mitmacher gesucht: Die Ahaus Marketing und Touristik GmbH sucht Interessierte, die beim Projekt „Mobile Games“ nicht nur mitspielen, sondern auch eigene Spiele entwickeln wollen. „Wir nutzen dazu einen Spieleditor mit dem sich Texte, Bilder, Quizfragen oder Audio- und Videodaten einbinden lassen. So kann der Spieldesigner auf der virtuellen Karte Stationen entwerfen und seiner Fantasie freien Lauf lassen“, so Projektleiter Jens Lammering.

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